Das Wilde Klingen.

„Das Wilde Klingen“ ist ein Ensemble für konzeptuelle Improvisation und ein zeitgenössisches Musiktheater. In der ersteren Variante interpretiert und gestaltet es musikalische Räume, verdichtet Konzepte und versieht sie mit performativen Gesten. Komposition „neu“ und anders gedacht, nämlich als Anlage zur Möglichkeit, ist die Idee, der sich die 7 MusikerInnen und eine Tänzerin verschreiben.
Als zeitgenössisches Musiktheater geht die musikalische Darbietung einher mit dem Narrativ: Fasziniert von der Kraft mythologischer Themen und Persönlichkeiten weltweit, setzt sich das Ensemble gleichzeitig kritisch mit den Texten auseinander. Diese werden neu bearbeitet und in einen zeitgemäßen Kontext eingebunden. Geschichten von Menschen und Gött*innen im hier und heute, Exotismus, Fremdsein, bzw. kulturelles Zugehörigkeitsgefühl beschreiben einige der Inhalte, die v.a. musikalisch-gestisch dargestellt werden.
In der szenischen Darstellung treten Klang, Wort und Tanz in Interaktion und treiben die Handlung voran. Die instrumentale und gestische Improvisation/Komposition versteht sich dabei ebenso als narrativer Impulsgeber, wie das gesprochene Wort auch als klangliches Element verwendet wird. Dabei geht es der Gruppe nicht nur um das Herausarbeiten eigener ästhetischer Mittel, sondern auch um die Ent-deckung gesellschaftlich-relevanter Inhalte in den Geschichten. Ob in bezug auf Umweltzerstörung, starke mythologische Frauenrollen, zeitgemäße Rituale oder mythologische Einflüsse von eingewanderten Menschen: im Mittelpunkt steht die Frage, welche Themen verarbeitet werden, die für das gesellschaftliche Zusammenleben, sowie die „conditio humana“ auch heute noch von zentraler Bedeutung sind.

 

pic by Antonia Schwarz

 

Eutalia de Carvalho – Gesang

Theo Jörgensmann – Klarinette („Schöpfungen“)

Edith Steyer – Klarinette, Altsaxophon

Tommaso Vespo/Rieko Okuda – Kirchenorgel, Klavier

Horst Nonnenmacher – Kontrabass

Sofia Borges – Percussion

Lea Hoffmann – Tanz

Gast:
Lorena Izquierdo Aparicio – Performance

Scott Weiner – Licht (Video)

 

 

bisherige Spielorte:

  • 2017 „Schöpfungen“, Paul-Gerhardt-Kirche, Berlin, gefördert durch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg (AG Spas)
  • 2018, 2019 „Schöpfungen“, „ana-anansi“ Kulturkirche Nikodemus, Berlin
  • 2018 „Trootition“, O-Töne Neukölln, Genezarethkirche, Berlin
  • 2019 „ana-anansi“, Performing Arts Festival, Acud Theater, Berlin

 

Schöpfungen, eine improvisierte Kammeroper

6 Musiker_innen und eine Tänzerin improvisieren über verschiedene (Schöpfungs-) Mythologien unterschiedlicher Kulturen. Dabei loten sie die Kirche/Bühne in ihren akustischen und räumlichen Möglichkleiten aus und interagieren in verschiedenen Besetzungen. Licht wird eingesetzt, um Räume zu kreieren und zu gestalten. Auch die Kirchenorgel wird -sofern vorhanden- in die experimentelle Improvisation eingebaut.
Gemäß einer jahrhundertelangen Operntradition werden mythologische Geschichten ausgestaltet und bearbeitet. Dabei unterliegt die Auswahl der Mythologien dem Primat einer starken Frauenrolle. So treten in 3 von 4 Mythen Frauen als (Mit-)Schöpferinnen auf.
Die Oper wurde am 6.5.17 in der Paul-Gerhardt-Kirche, Berlin, mit Hilfe von Mitteln des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg, uraufgeführt.

Schöpfungen“, live aus der Kulturkirche Nikodemus, Berlin, 2018

 

Ana_Anansi, eine improvisierte Kammeroper

„Das Wilde Klingen” kommentiert mit ana-anansi ein mythologisches Märchen und verleiht ihm eine ökologisch-politische Deutung. Die szenisch gegliederte Aufführung wird vor allem durch verschiedene instrumentale Besetzungen strukturiert und ist weitgehend improvisiert.
Sie erzählt von einem gottähnlichen Wesen, dem Trickster Anansi, der durch sein vermeintlich schlaues, aber letztlich profitorientiertes und unethisches Handeln die Natur und dessen Göttlichkeit zerstört.
In der szenischen Darstellung treten Klang, Gestus, Wort und Tanz in Interaktion und treiben die Handlung voran. Die musikalische und gestische Improvisation versteht sich dabei ebenso als narrativer Impulsgeber, wie das Wort auch als klangliches Mittel eingesetzt wird.
Licht und Raum werden in das Geschehen miteinbezogen und gestaltet.

Frei nach James Berry, “Anansi and the hidden garden”.

Live aus der Kulturkirche Nikodemus, Berlin, 10/2018